Neid! Viel mehr als nur ein unangenehmes Gefühl.

Neid kann einem das Leben so schwer machen! Es zerstört einen Teil der Lebensfreude. Es verursacht unangenehme Gefühl. Dabei ist es nur ein Ausdruck von persönlichen Sehnsüchten und zeigt sich in Form eines Mangels. Schauen wir uns das einmal näher an:

Sie sind nicht allein mit dem unangenehmen Gefühl von Neid!

So viele kennen es, dieses zwiegespaltene Neidgefühl: „Ich gönne es dir ja – aber ich würde doch auch so gerne…!“ Es ist ein Gefühl der Ungerechtigkeit – warum bekommt ein
anderer das, was man selbst so gerne möchte. Es zeigt eine Sehnsucht und / oder einen Mangel auf. So viele Menschen kennen das Gefühl des Neids und doch wollen es sich die meisten Menschen am liebsten nicht eingestehen. Keiner ist gerne neidisch! Das Gefühl wird verdrängt… und dennoch … Dieses unangenehme Gefühl bleibt so manches Mal einfach da …

Wann tritt das Gefühl von Neid auf?

So tritt Neid  beispielsweise auf, wenn ein netter Kollege genau die
Beförderung bekommt, die wir selbst gerne gehabt hätten. Oder die Bekannten, die in „Saus und Braus“ leben, oft Essen gehen, verreisen, ein schickes Auto fahren… und auch noch supersympathisch sind. Natürlich wird denen von Herzen gerne alles gegönnt… auf der einen Seite … und doch versetzt es einem auf der anderen Seite einen Stich und man fragt sich: „Warum immer die anderen und nicht ich?“

Wodurch entsteht das Gefühl von Neid?

Neid ist zum einen häufig entweder ein Ausdruck einer unerfüllten Sehnsucht oder aber Ausdruck eines mangelnden Selbstwertgefühls. Je geringer der eigene Selbstwert ist, umso eher kommen Neidgefühle hoch. Schaut man bei Wikipedia, dann findet man zwei Arten von Neid – den destruktiven und den konstruktiven Neid. Es gibt meiner Meinung nach aber noch eine dritte Form: den selbstzerstörerischen Neid.

Der destruktive Neid

Dieser wird gleichgesetzt mit Missgunst, er kommt oft in Gestalt von Schadenfreude, Hass oder Verrat daher.

Der konstruktive Neid
Dieser wird gleichgesetzt mit Anerkennung, Wertschätzung und Wohlwollen. Er kann zudem ein großer Motivator für den Neidenden sein, der Ähnliches oder mehr erreichen möchte als die beneidete Person.

Der selbstzerstörerische Neid

Er ruft Gefühle von Traurigkeit, Enttäuschung oder Wut hervor. Während der destruktive Neid vor allem dem Beneideten schaden kann, schmerzt die selbstzerstörerische Sorte in erster Linie den Betroffenen (also Neidenden) selbst und schadet ihm somit. Neid wirkt wie Gift im Körper.

Doch wie sollte man also mit diesem unangenehmen Gefühl von Neid umgehen?

Zunächst einmal: aufhören, es zu verdrängen und schön zu reden. Das Gefühl ist da! Es will angeschaut werden.

Übung 1 – Umgang mit dem Gefühl von Neid

Suchen Sie sich einen ruhigen Platz, schließen Sie die Augen und betrachten Sie den Neid einmal von außen. Hat er vielleicht eine Form? Wenn ja, wie sieht diese Form aus? Ist er vielleicht ein Würfel, ein Ball, ein Quadrat etc.? Nehmen Sie diese Form einmal gedanklich in die Hände. Sprechen Sie liebevoll mit dieser Form. Oft kommen dabei schon erste Gedanken zu den Ursachen hoch – meistens sind es alte Erinnerungen und Erlebnisse. Denn das Gefühl des Neides ist eines, das oft schon in der frühesten Kindheit angelegt wird. Zerplatzte Kinderträume wirken lange nach, auch wenn wir uns dieser heutzutage gar nicht oder nicht mehr bewusst sind. Das Zulassen der Gefühle sorgt oft schon dafür, dass diese nach und nach
verschwinden – vor allem, wenn Sie sich bewusstwerden, wie gut es Ihnen im Grunde genommen geht und was Sie schon alles erreicht haben.

Auf wen sind Sie neidisch?

Ein weiterer spannender Aspekt ist, wenn Sie sich darüber bewusst werden, auf welche Personen sich das Neidgefühl bezieht. Wie nahe stehen Ihnen die Personen, bei denen sich dieses Neidgefühl zeigt?

Bei vielen Menschen zeigen sich die Gefühle von Neid vor allem bei Menschen aus dem eigenen Umfeld und dann, wenn das, was die andere Person erhalten, erreicht oder
bekommen hat etwas mit den eigenen Sehnsüchten zu tun hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf den Kollegen neidisch ist, der plötzlich eine sehr viel besser bezahlte
Position bekommen hat (auf die diese Person vielleicht selbst scharf war) ist viel höher, als dass die gleiche Person auf eine Führungskraft im Konzern neidisch ist, die vielleicht ins
Management aufsteigt.

Neid hat immer etwas mit den eigenen Sehnsüchten zu tun! Das zu erkennen ist der erste Schritt.

 

Übung 2 – Wandlung des Neidgefühls

a. Sobald sich mal wieder ein unangenehmes Neidgefühl zeigt, hinterfragen Sie genau Ihre wirklichen Sehnsüchte dahinter. Warum ist es da?

b. Wenn es auf eine bestimmte Person bezogen ist, dann
hinterfragen Sie, ob Sie auch neidisch wären, wenn Sie diese Person gar nicht persönlich kennen würde, wenn es sich vielleicht um eine Person aus der Öffentlichkeit
handeln würde. Neid bezieht sich, wie oben schon
geschrieben, spannender Weise sehr oft auf Personen im direkten Umfeld. Je weiter weg eine Person ist und je
weniger sie persönlich bekannt ist, desto seltener zeigen sich Neidgefühle.

c. Machen Sie sich immer wieder klar, dass alles seine Zeit und seinen Sinn hat. Jeder hat seinen eigenen Weg und
jeder geht ihn in seinem eigenen Tempo. Auch, wenn Sie etwas nicht in dem Moment erreichen oder bekommen, in dem Sie es gerne hätten. Vertrauen Sie darauf, dass alles seinen Sinn hat und dass es gut ist, so, wie es ist. Oft sagen wir im Nachhinein: gut, dass es so gelaufen ist, wie es ist. Vertrauen Sie darauf: Ihre Zeit und Ihre Chance – beides kommt noch! Ganz bestimmt.

Scham und Neid – eine ungesunde Kombi

Bitte schämen Sie sich nicht wegen Ihrer Neidgefühle. Das verstärkt nur das unangenehme Gefühl und sorgt dafür, dass Sie sich schlecht fühlen. Denken Sie daran: Unangenehme Gefühle sind wie Gift im Körper. Sie schwächen das Immunsystem und Ihre Ausstrahlung. Diese Gefühle hemmen Ihre Freude und Ihre Zuversicht. Sprechen Sie mit anderen offen über das Thema Neid. Auch das kann helfen, die irrationalen, unangenehmen Gefühle nach und nach zu verändern. Verändern Sie Ihren Blickwinkel. Schauen Sie zum einen auf das, wofür Sie dankbar sein können. Zum anderen nehmen Sie das Gefühl des Neids als Wegweiser, etwas in Ihrem Leben zu verändern.

Übung 3: Wie hätten Sie es gerne?

Erlauben Sie sich das träumen. Schreiben Sie ein Visionstagebuch. Notieren Sie Ihre Wünsche und Sehnsüchte. Machen Sie sich noch keine Gedanken darüber, WIE es funktionieren kann. Wenn Sie genau wissen, wie Sie es gerne hätten und was sie sich für Ihr Leben wünschen, passieren so manches Mal wahre Wunder. Plötzlich bekommen Sie etwas angeboten, womit Sie im Leben nicht gerechnet haben. Vielleicht treffen Sie genau DIE Person, die Sie ein Schritt weiter in Richtung Wunscherfüllung bringen kann. Alles ist möglich, wenn Sie sich klar sind, wie Sie es gerne hätten!

Probieren Sie es aus!

Mein Leben hat sich genau dann angefangen zu verändern, als ich anfing, mir aufzuschreiben, wie ich es wirklich gerne hätte.

Vertrauen Sie darauf:

Wunder geschehen, wenn wir bereit sind, Sie zu sehen!

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